Welche Technologien und welche Innovationen bietet das Startup-Ökosystem dem Mittelstand und der Industrie? Dieser Frage gehen wir in der Themenreihe unserer Gründer-Interviews nach, für die der Digital Hub Cologne mit Gründern und Gründerinnen aus der Region in jeweils drei kurzen Fragen spricht. Die Interviews werden exklusiv in unserem Newsletter zuerst veröffentlicht, bevor sie etwas später auf unserer Website gezeigt werden. Wer immer das neueste Interview lesen möchte, kann sich hier für unseren Newsletter anmelden.

In unserer Interviewreihe stellen wir das Startup moebelmatch vor. Das Startup bietet eine Plattform, die den Kaufvorgang inklusive der Gestaltung von Schreinermöbeln digitalisiert und mit einer effizienten Logistik verknüpft, sodass lokale Schreinerware nicht nur schnell und einfach, sondern auch nachhaltig und überregional erhältlich wird.

Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?

Miriam Oheri: Wir sind große Möbelfans! Bei einer privaten Anschaffung fiel uns auf, dass der Kaufvorgang von Möbeln vom Schreiner um die Ecke gänzlich analog ist. In Gesprächen mit Schreinern bestätigte sich uns dann, dass sie ihr volles Potenzial in der heutigen Marktsituation nicht nutzen können, was zum einen an fehlenden, digitalen Salesprozessen, zum anderen an ihrer eingeschränkten Kundenreichweite liegt. Wir haben uns gefragt, warum es in unserem digitalen Zeitalter noch keine Lösung für diese Probleme gibt und waren uns schnell einig, die Lösungsfindung zu unserem Projekt zu machen!

Schon in meinem Marketing-Masterstudium habe ich mich stark mit der Digitalisierung von Branchen und der Disruptionskraft von Plattformen beschäftigt, Stephan kennt sich dank seines Wirtschaftsinformatikstudiums und als ausgebildeter IT-Systemelektroniker sehr gut mit Onlinetechnologien aus. Gemeinsam kam uns so die Idee, eine intelligente Plattform zu schaffen, die Schreiner mit Kunden standortunabhängig zusammenbringt. Ein eigenes Unternehmen zu gründen und soziale Verantwortung zu übernehmen war schon lange unser beider berufliches Ziel – das war der Startschuss für moebelmatch.de.

Welchen Vorteil bietet Ihr für Unternehmen?

Stephan Jaber: Mit unserem neuen, digitalen Saleskanal möchten wir kleinbetrieblichen, lokalen Schreinereien bzw. Tischlereien ein zweites Standbein bieten. Auf unserer Plattform können die Betriebe Kunden ermöglichen, ihre Gestaltungswünsche von Möbeln einfach und unmissverständlich mithilfe einfacher, moderner Gestaltungstools zu äußern. Um dann auch überregionale Kundschaft zu erreichen, bieten wir den Schreinereien über externe Partner zudem eine effiziente Logistik. Die Plattform wird so vor allem eine große Chance für solche Schreinerbetriebe sein, die ihren Sitz in strukturschwächeren Gebieten haben und stark abhängig sind von Kunden aus der Region.

Neue Schreinereien können von moebelmatch.de profitieren, indem sie ohne eigene Werbekosten schnell Aufträge finden, sie gezielt online abwickeln können und leicht mit Kunden aus und außerhalb ihrer Region vernetzt werden. Aber auch Schreinerbetriebe mit einer konstant guten Auftragslage in Städten oder auf dem Land können effizienter wirtschaften. Denn der digitale Saleskanal hilft ihnen nicht nur sich gegenüber der wachsenden Onlinekonkurrenz für Maßmöbel zu verteidigen. Vielmehr bietet er Wachstumsmöglichkeiten, Zeit- und Kostenersparnisse durch Kompetenzentlastung sowie größere Flexibilität und Sicherheit in der Gestaltung ihrer Auftragslage.

Welche nächsten Schritte plant Ihr?

Stephan Jaber: Derzeit holen wir uns messbares Feedback von Schreinern zu unserem MVP ein, dessen Weiterentwicklung wir uns dank des Gründerstipendium.NRW hauptberuflich widmen können. Die Testversion werden wir noch in diesem Jahr zu einem vollfunktionsfähigen Release Candidate entwickeln – unser Ziel ist es, schon Ende 2020 ersten Pilotkunden den Verkauf individueller Wunschtische auf unserer Plattform zu ermöglichen. Dazu benötigen wir noch Kapital durch ein passendes Funding, das uns auf unserer Mission unterstützt, den Vertriebsweg der Schreinerbranche zu digitalisieren und das lokale Möbelhandwerk für die Zukunft zu erhalten.

Weitere Informationen zu dem Startup finden Sie unter: www.moebelmatch.de

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