Die Entwicklung von Unternehmen ist oberste Priorität, wenn das Unternehmen nachhaltig am Markt bestehen möchte. Aber nicht alle Maßnahmen sind für alle Unternehmen sinnvoll. Wer weiß hier am besten Bescheid? Die Menschen, die tagtäglich im Unternehmen arbeiten. Doch leider werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig nicht in den Ideenfindungsprozess mit einbezogen, die Ideen landen in einer Ideenschublade und verstauben dort. Wie können Unternehmer und Unternehmerinnen also diese wertvollen Ideen und den Input aus dem Team integrieren? Der Digital Hub Cologne zeigt, wie ein funktionierendes Ideenmanagement aufgebaut werden kann. 

Viele Startups haben verstanden wie wichtig ein Ideenmanagement in einem Unternehmen ist. Um zu verstehen, was im Betrieb besser laufen könnte, reicht es oft einfach mal die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fragen. Sie kennen die Prozesse so gut wie sonst niemand. Leider hinken kleine und mittlere Unternehmen mit dieser Erkenntnis häufig hinterher. Dabei gibt es in mittelständischen Unternehmen viele Personen, die wichtige Ideen zur Optimierung mitbringen. Denn sie sind es, die tagtäglich in dem Unternehmen arbeiten und für dessen Erfolg sorgen. Das Ideenmanagement bringt also gerade für KMU viele Vorteile mit sich.

Wie sieht das Ideenmanagement aus?

Das Ideenmanagement beschreibt den Prozess, um Ideen, die zufällig, beiläufig oder auch geplant entstehen, systematisch aufzugreifen und weiter zu entwickeln. Es soll dafür sorgen, dass die Angestellten eine Möglichkeit bekommen, Ihre Ideen und Vorschläge mit einzubringen, gute Ideen umgesetzte werden können und entsprechende Informationsflüsse getätigt werden können. Dazu bedarf es einen Prozess, bei dem Ideen schriftlich festgehalten werden bspw. als Managementhandbuch, der Erfolg sowie die Prozessqualität des Ideenmanagements müssen definiert und messbar sein. Denn Ideen werden nur gebracht, wenn die bestehenden Prozesse aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlecht funktionieren.

In einer lernorientierten Unternehmenskultur muss hier auf die Ursache eingegangen werden, um eine Lösung und Optimierung zu finden. Dies findet häufig in einem Prozess statt und ist niemals komplett erledigt. Zu beachten ist, dass die Entwicklung von Ideen nicht als Leistung des Teams erwartet werden kann, sondern als positiver Effekt, der aus dem jeweiligen Know-how des Mitarbeitenden entsteht. Denn es fällt leichter, Optimierungsvorschläge zu bringen, wenn man tagtäglich mit diesem Aufgabengebiet beschäftigt ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind also die Experten.

Phasen eines Ideenmanagements

In der Organisation des Ideenmanagements gibt es vier Phasen: Die Vorphase, die Bearbeitungsphase, die Umsetzungsphase und die Abschlussphase. In der Vorphase geht es darum, eine Basis für Informationen, Motivation, Inspiration und Qualifikation des Teams zu schaffen – also alles was passiert, bevor eine Idee entwickelt und vorgeschlagen wird. Die Bearbeitungsphase beschreibt den Prozess, sobald eine Idee eingereicht wird und Entscheidungen getroffen werden. Die Umsetzungsphase beschreibt den Prozess, die Idee in dem Unternehmen zu integrieren und die Abschlussphase definiert sich durch das Feedback an den/die Einreicher der Idee bspw. durch einen Bonus o.ä.

Ideenmanagement in der Praxis

Eine Methode spontane Ideen der Mitarbeitenden zu managen ist das betriebliche Vorschlagswesen. Der Fokus liegt hierbei auf spontanen Verbesserungsvorschlägen seitens der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die das gesamte Unternehmen betreffen. In der Praxis kann dies wie folgend aussehen:

  • Ideenbriefkästen, wo das Personal seine Ideen in schriftlicher Form abgeben (auf Wunsch anonym)
  • Digitale Plattformen bspw. interne Foren, in denen die Ideen diskutiert werden können
  • Team-Workshops, um durch neuen Input neue Ideen zu generieren
  • Ideenwettbewerbe, bei denen Mitarbeitende freiwillig mitmachen können und Ideen detailliert ausgearbeitet werden können

Ein weiterer Ansatz ist es, ein Problemarchiv zu erstellen, um gezielt auf die Probleme im Unternehmen zu verweisen und spontane Ideen darauf abzustimmen. Da viele Ideen nicht am Arbeitsplatz entstehen sollte außerdem ein Online-Zugang verschafft werden, damit die Ideen festgehalten werden können, bevor diese wieder verschwinden.

Wie gelingt der Anfang?

Die Grundlage für ein funktionierendes Ideenmanagement ist die Schaffung einer offenen, innovationsfördernden Unternehmenskultur, die von der Unternehmensleitung und den Vorgesetzten vorgelebt wird. Unternehmer und Unternehmerinnen müssen hierzu ihr Mindset gegenüber Innovationen modernisieren und den Fokus auf den Fortschritt legen. Gehen Sie einen ersten Schritt und finden Sie Antworten auf diese zehn zentralen Fragen zum Ideenmanagement. Damit Ideen also nicht in einer Schublade verstauben und Mitarbeiter demotiviert werden, ist eine Strategie und Schaffung einer agilen und innovativen Atmosphäre im Unternehmen unverzichtbar.

Die Ideenschublade der Unternehmer und Unternehmerinnen ist eines der insgesamt sieben „Digitalen Dilemmata“. Möchten Sie mehr über die Digitalen Dilemmata erfahren? Dann laden Sie sich unser Whitepaper herunter oder melden Sie sich bei unseren Experten in einem unverbindlichen Erstgespräch.

Quelle: Neckel, Hartmut. Toolbox Ideenmanagement: Wie Unternehmen die Kreativität ihrer Mitarbeiter systematisch fördern und nutzen können. Schäffer-Poeschel, 2018.