Welche Technologien und welche Innovationen bietet das Startup-Ökosystem dem Mittelstand und der Industrie? Dieser Frage gehen wir in der Themenreihe unserer Gründer-Interviews nach, für die der Digital Hub Cologne mit Gründern und Gründerinnen aus der Region in jeweils drei kurzen Fragen spricht. Die Interviews werden exklusiv in unserem Newsletter zuerst veröffentlicht, bevor sie etwas später auf unserer Website gezeigt werden. Wer immer das neueste Interview lesen möchte, kann sich hier für unseren Newsletter anmelden.

In unserer Interviewreihe stellen wir heute das Startup „plastic2beans“ vor. Das Startup bietet hochwertigen Kunststoff an , um im gegenzug den außergewöhnlich leckeren Kaffee aus Äthiopien in die deutschen Büros zu bringen. Malte Haas erzählt zudem, wie das Startup mit der derzeitigen Coronavirus-Krise umgeht und welche Lösungen sie entwickelt haben. 

Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?
Malte Haas: Hier hat der Zufall kräftig mitgespielt. Im Schwimmbad fragte der Sohn von Abiye die Tochter von Kalie, ob er sich ihre Schwimmflügel ausleihen könnte. Dadurch kamen beide Väter ins Gespräch und stellten fest, dass sie einige Gemeinsamkeiten hatten. Beide kamen aus dem Kunststoff-Bereich und suchten nach einer neuen sinnvollen Aufgabe. Kalie wollte sein umfangreiches Wissen als Doktor der Polymerchemie für einen nachhaltigen Zweck einsetzen. Für den Kunststofftechniker und gebürtigen Äthiopier Abiye lag die Idee auf der Hand: „In Äthiopien wächst die Kunststoffindustrie jedes Jahr um 20 Prozent. Aber es gibt kein Recycling vor Ort. Das Land hat einen extremen Devisenmangel. Ohne Fremdwährung können die Unternehmer Know-How und Recycling-Technologie aus dem Ausland nicht bezahlen. Wenn wir dafür eine Lösung finden, können wir einen gigantischen Impact generieren.“ Nach einigem Kopfzerbrechen wurde klar, dass der Kaffee aus Äthiopien den Schlüssel für die Lösung darstellt. Das Modell Plastic2Beans war geboren: Kunststoff-Recycling aus Deutschland nach Äthiopien und im Gegenzug Spitzenkaffee aus Äthiopien nach Deutschland bringen.

Welchen Vorteil bietet Ihr für Unternehmen?
Malte Haas: In unserem Bereich ​plastics ​ bieten wir Unternehmen aus der Kunststoff- und Recyclingbranche neue Optionen für den bisher schwer zugänglichen äthiopischen Markt. Das betrifft besonders den Handel mit recycelten Kunststoffen, Maschinen- und Anlagenbau und Consulting.
In unserem Bereich ​beans ​ wenden wir uns mit unserem Bürokaffee an Unternehmen aus allen Branchen. Wir glauben, es gibt noch viel zu wenig leckeren und fairen Kaffee in deutschen Büros. Das wollen wir ändern. Investiert ein Unternehmen in unseren außergewöhnlich leckeren Kaffee, investiert es eigentlich in zufriedene Mitarbeiter. Und die sorgen wiederum für gute Geschäfte. Einzigartig macht unseren Kaffee der Impact durch Recycling im Herkunftsland. Am Ende des Jahres erstellen wir für jeden Kunden einen individuellen Impactbericht. Ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern generiert zum Beispiel einen Impact von 42 Tonnen eingespartem CO​2​ in Äthiopien pro Jahr. Wir merken, dass immer mehr Unternehmen Wert auf zufriedene Mitarbeiter und auf Nachhaltigkeit legen. Bei uns erhalten sie dafür genau das richtige Produkt.

Welche nächsten Schritte plant Ihr?
Malte Haas: Durch den aktuellen Lockdown ist der Bedarf unserer Kunden an Bürokaffee fast auf Null zurück gegangen. Daher haben wir unsere Strategie angepasst. Wir bieten nun unseren Bürokaffee einfach als Home-Office-Kaffee an. Die Unternehmen können weiterhin ihre Wertschätzung für die Mitarbeiter ausdrücken und die Mitarbeiter starten mit einem richtig leckeren Kaffee in den Arbeitstag, auch zu Hause. Auch im B2C-Bereich haben wir uns überlegt, wie wir das Beste aus der Situation machen können. Daraus ist der Stay-Home-Club Köln entstanden: Ein Zusammenschluss nachhaltiger Kölner Start-Ups, die ihre Produkte nun auf einer gemeinsamen Online-Plattform anbieten und innerhalb von Köln nach Hause liefern. Dabei gehen zehn Prozent der Einnahmen an die Spendenaktion der Klubkomm, um die kulturelle Vielfalt in Köln zu erhalten. Denn dieser Bereich ist noch stärker getroffen als wir. Für die Promotion setzen wir unter anderem auf Hinterhofkonzerte in Kooperation mit dem Partner dringeblieben. Für das erste Event ist zum Beispiel der Auftritt einer bekannten kölschen Band in einem Hinterhof in Sülz geplant. An dieser Stelle möchten wir uns beim Digital Hub Cologne für die Geburtshilfe bedanken. Denn die Verknüpfung der Akteure Stay Home Club und dringeblieben fand bei einem Webinar des Digital Hub Cologne zum Umgang mit der Krise statt.

Weitere Informationen zu dem Startup finden Sie unter plastic2beans.com

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